TOPCon-Kupferplattierung macht einen weiteren Schritt nach vorn: LIF
Inhaltsverzeichnis
Kurze Antwort: TOPCon-Kupferplattierung rückte mit einem neuen Ergebnis, das auf früheren Arbeiten der Jiangnan-Universität aufbaut, einen Schritt näher an die Produktion. Die Plattierung ersetzt die Silbermetallisierung durch Kupfer, und das Hindernis war nie das Konzept – es sind die Haftung und die Barriereschicht, die verhindert, dass Kupfer in Silizium diffundiert. Das Prozessfenster in dieser Studie liegt für den Schritt der Kontaktbildung bei etwa 750 °C bis 800 °C, wobei ein 1064-nm-Laser in der Strukturierungsphase und eine Temperung bei 400 °C verwendet werden. Kupfer ist rund zwei Größenordnungen billiger als die Silberpaste, die es ersetzen würde, und Silber ist der größte Nicht-Silizium-Kostenfaktor in einer TOPCon-Zelle. Die verbleibenden Fragen sind Linienkompatibilität und Langzeitzuverlässigkeit: Ein plattierter Kontakt, der anfängliche Effizienz besteht, aber unter Feuchte-Wärme-Belastung degradiert, ist kein herstellbarer Prozess.
PV-Modulfertigung · von Jerry, Ooitech
Einführung
Von der vorherigen Studie zu einem neuen Durchbruch
Gestern haben wir einen Artikel der Jiangnan University über TOPCon Kupferplattierung besprochen: Laserrillen beschädigen Silizium, die Kristallinität sinkt um 30 Prozentpunkte, und zum Reparieren ist eine Temperung erforderlich. Dieser Artikel kam zu dem Schluss, dass 750°C-Ausheilung + HF-Reinigung den Wirkungsgrad von 23,41 % auf 24,85 % wiederherstellen konnte.
Aber jeder, der in einer Produktionslinie arbeitet, weiß, dass die 750°C-Ausheilung selbst ein Risiko wasserstoffinduzierter Blasenbildung birgt – das Temperaturfenster ist extrem eng. Über 775°C blättert die rückseitige Passivierungsschicht ab, und bei 800°C ist das Ergebnis sogar schlechter als ohne Ausheilung.
Gibt es einen besseren Weg?
Ein zweites, gerade 2026 veröffentlichtes Paper von Jiangnan University + Jiangsu Xianghuan + DR Laser bietet eine neue Antwort: Verwenden Sie LIF (Laser-Induced Firing), um das traditionelle Niedertemperatur-Sintern zu ersetzen und gleichzeitig den Laserschaden zu reparieren.
Die Ergebnisse: Wirkungsgradverbesserung von +0,45 % absolut, Voc-Gewinn von 0,86 mVund – eine deutliche Verbesserung der Kontaktwiderstands-Gleichmäßigkeit.
1. Eine kurze Zusammenfassung: der TOPCon-Kupferplattierungsprozess und seine Problemstellen
Der Standardprozess und wo es wehtut
Der Standard-TOPCon-Ni/Cu-Plattierungsprozess:
Lasergravur → Hochtemperatur-Ausheilung zur Schadensreparatur → HF-Reinigung → Ni-Plattierung → Niedertemperatur-Sintern → Cu-Plattierung
Zwei Problemstellen:
Lasergravur schädigt Silizium: Wie im vorherigen Artikel besprochen, sinkt die Kristallinität von 99,3 % auf 69,8 %, was eine Hochtemperatur-Ausheilung zur Reparatur erfordert.
Traditionelles Niedertemperatur-Sintern ist ungleichmäßig: Der Ofen erhitzt die gesamte Zelle, Kanten geben Wärme schneller ab, während die Mitte heißer bleibt, was zu Kontaktwiderstand an den Kanten hoch und in der Mitte niedrig — ungleichmäßige Stromableitung beeinträchtigt den FF.
Der Kerndurchbruch dieses neuen Papiers: Die Einführung von LIF in den Plattierungsfluss schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe — es ersetzt das ungleichmäßige Niedertemperatur-Sintern und hilft, den Laserschaden zu reparieren.

2. Was ist LIF und wie unterscheidet es sich vom traditionellen Sintern?
Ofenheizung vs. Punkt-zu-Punkt-Schweißen
Traditionelles Niedertemperatur-Sintern: Die gesamte Zelle in einen Ofen legen und bei 200–400°C backen. Das Problem ist ungleichmäßige Erwärmung — Kanten kühlen schneller ab, die Mitte wird heißer, und der Kontaktwiderstand variiert erheblich über die Zelle.
LIF (Laser-induziertes Feuern): Ein 1064nm Infrarotlaser scannt schnell die Vorderseite der Zelle, während eine Sperrspannung (2–18V) angelegt wird. Der Laser regt photogenerierte Träger an, die Sperrspannung treibt sie gerichtet, erzeugt präzise lokalisierte Joulesche Wärme an der Metall-Silizium-Grenzfläche.

Ein-Satz-Unterschied: Traditionelles Sintern ist "Ganzzellen-Backen", LIF ist "Punkt-zu-Punkt-Schweißen". LIF erhitzt nur den Kontaktbereich unter den Gitterlinien und lässt alles andere thermisch unberührt.

3. Wie gut funktioniert LIF auf kupferplattierten Zellen?
Den optimalen Punkt bei 14V finden

Das Papier führt zuerst ein Basisexperiment durch: LIF bei verschiedenen Sperrspannungen auf Zellen anwenden, die bereits die Ni/Cu-Plattierung abgeschlossen haben.
| LIF-Sperrspannung | Wirkungsgrad | Voc | FF | Rs |
|---|---|---|---|---|
| Kein LIF (Basislinie) | 24.29% | 696.27mV | 81.74% | 1.51mΩ |
| 8V | verbessert | — | — | — |
| 14V | 24.69% | +0.32mV | +1.22% | 1.16mΩ |
| 16–18V | fällt | fällt | fällt stark | im Wesentlichen unverändert |
Optimale Parameter: 14V Sperrspannung, Effizienzgewinn +0,401% abs., FF-Gewinn 1,22%, Rs-Reduktion 23%.
Warum macht höhere Spannung die Dinge schlechter?

Die Arbeit verwendet Suns-Voc, um die Dunkelsättigungsstromdichten J01 und J02 zu messen:
J01 (stellt die pn-Übergangsrekombination dar): wenig Änderung mit Spannung
J02 (stellt die Metall-Silizium-Grenzflächenrekombination dar): am niedrigsten bei 14V, steigt stark bei 16–18V
Übersetzung: zu viel Spannung bedeutet übermäßige Joulesche Erwärmung, und die Grenzfläche wird "totgeschweißt". Das Fenster liegt genau bei etwa 14V.
4. Warum kann LIF Laserschäden reparieren?
Raman-Spektroskopie enthüllt das Geheimnis

Die Arbeit führte ein Schlüsselexperiment durch: Entfernen Sie das plattierte Metall und messen Sie mit Raman-Spektroskopie die Kristallinität des Siliziums unter den Gitterlinien.
| Bedingung | Kristallinität |
|---|---|
| Kein LIF (nur Hochtemperatur-Ausheilung) | ~95% |
| LIF 8–14V | +0.76% ~ 1.84% |
| LIF 16–18V | nimmt ab |
Zusätzlich zur Hochtemperatur-Ausheilung treibt LIF die Kristallinität weiter nach oben.
Der Mechanismus: LIF erzeugt eine lokalisierte momentane hohe Temperatur (weit über traditionellen Ausheiltemperaturen), die es amorphem Silizium ermöglicht, vollständiger zu rekristallisieren, und es erwärmt nur die Bereiche unter den Gitterlinien, sodass die Rückseiten-Passivierungsschicht unberührt bleibt.

Dies löst die anhaltende Sorge aus dem vorherigen Artikel — das Temperaturfenster für Hochtemperatur-Ausheilung ist eng, und über 775°C blättert die Rückseiten-Passivierung ab. LIF ist lokale Erwärmung; die Rückseite ist nicht betroffen, sodass die Temperatur höher sein kann und der Reparatureffekt besser ist.
5. Wann sollte LIF angewendet werden? Timing ist entscheidend
Drei Kandidaten und ein klarer Gewinner
Der Plattierungsprozess hat drei Schritte: Ni-Plattierung → Niedertemperatur-Sintern → Cu-Plattierung. Wo sollte LIF eingefügt werden?

Die Arbeit vergleicht drei Zeitpunkte:
| Gruppe | LIF-Timing | Optimale Spannung | Beste Effizienz | Kristallinität |
|---|---|---|---|---|
| A | Nach Ni, vor dem Sintern | 8V | 24.689% | ~95.6% |
| B | Nach dem Sintern, vor Cu | 8V | 24.663% | ~96.45% |
| C | Nach Cu | 14V | 24.69% | Höchste |
Fazit: LIF funktioniert am besten, wenn es ganz am Ende platziert wird – nachdem die Cu-Beschichtung abgeschlossen ist.

Warum?
Nach der Cu-Beschichtung sinkt der Elektrodenwiderstand drastisch. Wenn LIF Spannung anlegt, ist die Stromverteilung gleichmäßiger, die Joule-Erwärmung ist gleichmäßiger und der Grenzflächenkontakt wird gründlicher optimiert.
Wenn LIF nur auf der Ni-Schicht (vor der Cu-Beschichtung) angewendet wird, ist der Widerstand hoch; die gleiche Spannung erzeugt übermäßige Joule-Erwärmung, die die Grenzfläche leicht "totschweißen" kann.
6. Eine größere Entdeckung: LIF kann das Niedertemperatur-Sintern vollständig ersetzen
Den Ofen ganz weglassen
Wenn LIF den Ni-Si-Kontakt optimieren kann, können wir dann den traditionellen Niedertemperatur-Sinterschritt komplett überspringen?

Die Studie entwarf ein Experiment (Gruppe D): Ni-Beschichtung → LIF (8V) → direkte Cu-Beschichtung, wobei der Niedertemperatur-Sinterschritt übersprungen wird.
Ergebnisse:
| Gruppe | Prozess | Wirkungsgrad | Kontaktwiderstands-Gleichmäßigkeit (Rand-Mitte-Differenz) |
|---|---|---|---|
| O | Traditionelles Sintern, ohne LIF | Basislinie | 3.53Ω |
| A | Ni+LIF+Sintern+Cu | 24.689% | 2.05Ω |
| B | Ni+Sintern+LIF+Cu | 24.663% | 1.46Ω |
| C | Ni+Sintern+Cu+LIF | 24.69% | 1.54Ω |
| D | Ni+LIF+Cu (ohne Sintern) | 24.74% | 0.45Ω |
Die Kontaktwiderstands-Gleichmäßigkeit von Gruppe D übertrifft alle Gruppen mit traditionellem Sintern.

Warum?
Traditionelle Sinteröfen erhitzen ungleichmäßig – Ränder geben Wärme schnell ab, die Mitte ist heißer – was zu höherem Kontaktwiderstand an den Rändern und niedrigerem in der Mitte führt. LIF ist ein Punktscan; jeder Punkt erhält exakt die gleiche Energie, von Natur aus gleichmäßig.
Weitere Optimierung der LIF-Spannung auf 6V, Gruppe D erreicht einen Wirkungsgrad von 24.74%, mit Voc von 696.72mV — +0,45% abs. höher im Wirkungsgrad und +0,86mV höher in Voc als die herkömmliche Sinterung + ohne LIF-Basislinie.
7. Auswirkungen auf die Produktionslinie: Ist die Massenproduktionsschwelle für Kupferplattierung gesenkt?
Drei konkrete Fortschritte
Dieses Papier liefert mehrere greifbare Fortschritte:
1. Voc-Schäden können repariert werden, und zwar besser. Die 750°C-Temperung aus dem vorherigen Artikel hatte ein enges Temperaturfenster und ein Risiko von Blasenbildung auf der Rückseite. LIF erhitzt lokal, die Rückseite bleibt sicher, und die Reparatur ist effektiver.
2. Ein Prozessschritt wird eingespart, aber die Geräteinvestition muss abgewogen werden. Traditioneller Ablauf: Ni-Plattierung → Niedertemperatur-Sinterung → Cu-Plattierung. LIF-Ansatz: Ni-Plattierung → LIF → Cu-Plattierung. Spart den Sinterofen und Prozesszeit, aber die LIF-Ausrüstung selbst ist teurer, und die Integration mit der Plattierungslinie ist komplexer. Die tatsächliche Rendite hängt von den Geräteangeboten ab.
3. Gleichmäßigkeit des Kontaktwiderstands ist der versteckte Bonus. Traditionelle Sinterung zeigt eine Kontaktwiderstandsdifferenz von Kante zu Mitte von 3,53Ω; der LIF-Ansatz reduziert sie auf 0,45Ω. Bessere Gleichmäßigkeit bedeutet gleichmäßigere Stromsammlung, höheren FF und geringeres Hot-Spot-Risiko auf Modulebene.

Aber Hürden für die Massenproduktion bleiben:
LIF-Geräteinvestition: Während der Sinterofen ersetzt wird, fügt man einen Laser + Stromversorgung + Steuerungssystem hinzu. Die Preisgestaltung des Geräteherstellers entscheidet über die Wirtschaftlichkeit.
Komplexität der Linienintegration: LIF muss nahtlos mit der Plattierungslinie verbunden werden, und die Taktzeitabstimmung (das Papier verwendet eine Scan-Geschwindigkeit von 20 m/s) muss validiert werden.
GW-Skala-Konsistenz: Das Papier ist auf Labor-/Pilotniveau; die Ausbeutestabilität in der großtechnischen Massenproduktion benötigt noch unterstützende Daten.
8. Vergleich mit Aiko ABC
Zwei Wege, zwei Geschichten
| Artikel | Aiko ABC | TOPCon + LIF Kupferplattierung |
|---|---|---|
| Zellstruktur | Volle Rückseitenkontaktierung | Vorder- und Rückseite |
| Lasergravur erforderlich | Nein | Ja |
| Laserschaden-Problem | Keine | Ja, aber LIF kann Schäden reparieren und den Kontakt gleichzeitig optimieren |
| Metallisierungsprozess | Cu/Ni/Sn-Beschichtung | Ni/Cu-Beschichtung + LIF |
| Massenproduktionsstatus | Bereits in Massenproduktion | Labor / Pilot |
Aikos BC-Architektur vermeidet die Lasergravur-Falle auf natürliche Weise. TOPCon kann sie nicht vermeiden, aber LIF bietet eine Kombinationslösung "Grube füllen + optimieren" – repariert nicht nur Schäden, sondern spart auch einen Prozessschritt und verbessert die Gleichmäßigkeit.
9. Zusammenfassung
Wo die Dinge stehen
Dieses neue Papier der Jiangnan-Universität beweist eines: Der Laserschaden bei der TOPCon-Kupferbeschichtung kann nicht nur repariert werden, sondern LIF repariert ihn besser als herkömmliches Ausheizen – und nebenbei löst es auch das Gleichmäßigkeitsproblem des Niedertemperatur-Sinterns.
Wirkungsgradgewinn von +0,45 % abs., Voc-Gewinn von 0,86 mV und eine deutliche Verbesserung der Gleichmäßigkeit des Kontaktwiderstands – diese drei Zahlen verdienen eine ernsthafte Bewertung auf jeder Produktionslinie.
Die Schwelle zur Massenproduktion besteht weiterhin, aber der technische Fahrplan wird klarer.
Diskussionsthema: Ist LIF als Ersatz für das Niedertemperatur-Sintern der "letzte Anstoß" für die Massenproduktion von TOPCon-Kupferbeschichtung oder nur ein "Laborkuchen mit Sahnehäubchen"?
Referenzinformationen:

Titel: Integration von laserinduziertem Feuern mit Ni/Cu-Beschichtung für die Metallisierung von TOPCon-Solarzellen
Autoren: Jingyun Zhang, Xi Xi, Jianbo Shao et al. (Jiangnan-Universität + Jiangsu Xianghuan Technology + DR Laser)
Zeitschrift: Solar Energy Materials and Solar Cells
Jahr: 2026
DOI: 10.1016/j.solmat.2026.114198